Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer ……

Ein erfreulich ausführlicher Bericht der aktuellen Crew um Skipper Jürgen erreichte mich am Montag Abend:


“Moin Karlo,

zwei Tage, die unterschiedlicher nicht sein können. Am Sonntag sind wir mit einem lauen Lüftchen nach Capri unterwegs gewesen, heute mussten wir unsere Pläne bezüglich unseres Ziels wegen des starken Windes nach Bacoli korrigieren.

Die Amalfiküste südlich von Neapel gehört ohne Zweifel zu den italienischen Aushängeschildern. Pittoreske Ortschaften an fast senkrecht abfallenden Felshängen. Die Coreografie des Geländes setzt sich unter Wasser fort. Wassertiefe vor der Küste ca. 650m. Auf Capri versinkt die Sonne dann, wie von Rudi Schuricke versprochen, rot im Meer. Die Marina hat ihre Infrastruktur noch nicht hochgefahren, wir brauchen vier Anläufe um unser Anliegen/Anlegen zu legitimieren. 100 € sind eine stolze Summe, zumal man uns den am weitesten von allen Einrichtungen entfernten Liegeplatz zugewiesen hat. Der Hafen – leer.

Für den frühen heutigen Nachmittag waren Winde mit 6/7 Bft. aus nordwestlichen Richtungen vorhergesagt. Genau aus der Richtung in die wir nach Ischia wollten. Zunächst waren die Bedingungen aber mehr als segelfreundlich. Bei 4 bis 5 Windstärken segelten wir so hoch am Wind wie unser Schiff das zuließ. Aber die Bedingungen in diesem Revier sind nicht einfach und schon gar nicht immer analog zu betrachten. Plötzlich standen wir, dann ging die Post wieder unvermittelt ab. Der Wind wurde immer stärker, zusätzlich verstärkt durch die Düseneffekte zwischen den vielen Inseln. Da kommt der Windmesser schon mal in Schwierigkeiten. Ein dazu kommender immer stärkerer Seegang veranlasste uns dann nach Bacoli westlich von Neapel abzulaufen. Auch hier ist der Hafen leer, man ist noch nicht auf uns vorbereitet.

Jürgen