Logbucheintrag vom Pfingstsonntag, 20.05.2018

Die HEIDE-WITZKA hat heute Morgen verlegt von Koper nach Izola, etwas weiter südlich, aber immer noch in Slowenien.

Der geneigte Leser wird sich sicherlich fragen, warum denn diese etwas seltsam erscheinenden Kurse eingeschlagen wurden. Das Ganze hat einen etwas problematischen Hintergrund und ist in den doch sehr restriktiven Vorschriften Kroatiens begründet.

Am Freitag ist die HEIDE-WITZKA von Potoroz aus in Richtung UMAG gestartet. Umag liegt bekanntlich in Kroatien, und pflichtgemäß wollte der Skipper die HEIDE-WITZKA bei den dortigen Hafenbehörden anmelden und in kroatische Gewässer einklarieren.

Dabei wurde dann festgestellt, dass ein für die kroatischen Behörden unerlässliches Dokument nicht vorhanden ist und eine Einreise in kroatische Gewässer somit nicht möglich. Die HEIDE-WITZKA musste umkehren und zurück in slowenische Gewässer.

Das Ganze spielte sich bereits am Freitag vor Pfingsten ab, die Crew war verständlicherweise “not amused” und die Telefone zwischen Kroatien und Buchholz glühten.

Ich verzichte an dieser Stelle darauf, meine persönlichen Erlebnisse mit zwei Deutschen Behörden bzw. Vereinen (BSH und DSV) an einem Freitagvormittag vor Pfingsten zu schildern, aber es ist doch relativ erschütternd. Der so oft verwendete Begriff “Servicewüste Deutschland” bekommt nach diesen Erlebnissen einen völlig anderen Inhalt.  Aber offensichtlich sind beide Organisationen mit dem schnöden Ausfüllen und Stempeln eines schlichten Formulars während eines Zeitraums von fast zwei Monaten überfordert. Interessanterweise wurde bei beiden Behörden ein Rückruf innerhalb der nächsten 30 Minuten nach meinem Anruf zugesichert, als dieser dann bis 13.00 Uhr nicht kam war bei beiden Institutionen niemand mehr erreichbar, da ja Pfingstwochenende.

Der Crew der HEIDE-WITZKA blieb nichts anderes über, als nach Slowenien zurückzulaufen, und da ist das Schiff immer noch. Momentan im Hafen von IZOLA in Slowenien.

Samstag bekam ich dann eine Nachricht, dass Skipper und Crew immer noch guter Dinge sind (soweit das möglich ist):

“Heute haben wir es geschafft in Kroatien einzureisen. Wir hatten das richtige Spezialfahrzeug und alle benötigten Papiere.”

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Am kommenden Dienstag werden von hier aus dann alle erforderlichen Maßnahmen getroffen, damit das benötigte Dokument beschafft wird und Jens dies dann am Samstag nach Kroatien mitnehmen kann.