Die Vorsaison und das Wetter

Moin Karlo ,

Unser fleißiger Webmaster hat so ein schönes Foto von Porto Rotondo ins Netz gestellt, da erübrigt sich jede weitere Kommentierung durch die Besatzung der Heide-Witzka :).

Nun darf man nur nicht vergessen, dass erstens absolute Vorsaison und zweitens leider nicht so ein schönes Wetter ist, wie auf dem Foto.

Gut, wir sind ja zum Segeln hier und das lief bisher prima und auch die Tour von La Maddalena nach Porto Rotondo mit starkem Wind und gerefften Tuch erfreute das Seglerherz.

Der Hafen, der wohl Platz für über 600 Boote bietet, war noch ziemlich leer und auch der Ort mit fast ausschließlicher Ferienwohnungsbebauung wie ausgestorben. Wir entdeckten genau 2 Waschhäuschen mit jeweils einer Dusche für Männlein und Weiblein und der gleichen Anzahl von Klos. Gut für uns hat es gereicht, aber in der Hochsaison?? Darüberhinaus auch keine Abpumpstation… – wir ersparen uns hier mal alle weiteren Vorstellungen.

Der WX zeigte für die folgenden Tage ein Tief über Nordafrika und ein Hoch über dem Balkan. Starke Südostströmung und Sturm im Mittelmeer. Die Ostküste von Sardinien bekommt die nächsten zwei Tage Böen von 8bf und eine 4 Meterwelle ab.

Wir beschlossen deshalb gestern morgen wieder zurück ins geschützte Archipel zu laufen und hier heute abzuwettern.

Schon gestern haben wir die Welle, die dem Windfeld vorausläuft erfahren und sind mit Böen von 28kn durch die Inselgruppe geschossen.

Nun liegen wir absolut geschützt ganz tief drinnen im Hafen von La Maddalena und warten mal ab.

Ja und unser schön geputztes Deck hat sich wieder leicht rot eingefärbt- etwas Staub aus der Wüste…

Beste Grüße

Gunther

Port Rotondo – Sardinien

Ich habe zwar nichts von der Crew der HEIDE-WITZKA gehört, aber ein Blick auf das AIS sagen mir, dass es schlechtere Orte gibt, um einen Ostersamstag zu verbringen..

La Maddalena

Heute verließen wir Bonifacio und erlebten einen schönen Düseneffekt in der Straße von Bonifacio auf dem Weg nach Sardinien. Mit nur einem Viertel der möglichen Segelfläche zogen wir über 8kn gegen Wind unsere Spur.

Etwas aufkreuzend erreichten wir nach bereits 4 Stunden unser Ziel  La Maddalena. Sicher liegt die Heide-Witzka an der Mooring im Hafen.

MuSchBr

Gunther

Von Frankreich nach Italien

Ich habe noch keine Nachricht von der Crew, aber dem AIS ist zu entnehmen, dass die HEIDE-WITZKA sich von Korsika nach Sardinien begeben hat. Meiner Meinung nach eine gute Wahl, weil Sardinien ist einfach einmalig.

Ein paar Infos zu der Inselgruppe im Norden Sardiniens gibt es hier!

Bonifacio – An der Südspitze Korsikas

Da kam gestern doch noch etwas Wind. Bei ca 8 kn Wind läuft die HW je nach Kurs zwischen 4 und 6 kn, dass ist richtig gut.

So liefen wir nach Bonifacio und auch wenn das AIS wohl unsere letzte Position in der Bucht vor Bonifacio zeigt, liefen wir doch durch imposante Kreidefelsen in den Hafen ein.

Die anliegenden Bilder sprechen für sich, deshalb bleiben wir heute auch noch hier.

Beste Grüße
Gunther

Anmerkung des Webmasters: Sehenswert ist u.A. der alte Friedhof von Bonifacio, der seinerzeit auf der Spitze der Klippen direkt über dem Meer angelegt worden ist.

Porto Veccio…..und kein Wind

Soeben kam eine Meldung der HEIDE-WITZKA von der Insel Korsika, genauer gesagt aus Porto Veccio:

“Nach einem schönen Sonnenaufgang liefen wir gestern Morgen in Porto Vecchio ein. Heute stellt sich für uns die größte aller seglerischen Herausforderungen: kein Wind! Mal schauen, was wir anstellen.

MuSchBr

Gunther “

Von Rom aus in Richtung Korsika

Soeben hat sich der aktuelle Skipper, Gunter H., von Bord der HEIDE-WITZKA gemeldet. Nach Übernahme des Schiffes von der vorhergehenden Besatzung ging es zunächst von Ostia aus einen kurzen Schlag nach Norden bis nach Civitavecchia. (Im Übrigen der Hafen, der von fast allen Mittelmeerkreuzfahrern angelaufen wird.)

Gunter wusste zu berichten, dass der zunächst flaue Wind im heftiger wurde und letztlich auch Wellenhöhen von 2-3 Metern zu verzeichnen war. Was letztlich zu dem (weisen) Entschluß führte, in Civitavecchia einen Hafentag einzupflegen.

Heute ist die HEIDE-WITZKA gegen Mittag in Richtung Westen ausgelaufen, bei schwachen Winden und fast glatter See, begleitet von 16-18 Grad Luftetemperatur, ideales Segelwetter. So zumindest der Skipper.

Ziel dieses Schlages ist die Insel Korsika, vermutlich wird es der Hafen von Porto-Veccio sein.

Carpe Diem (Nutze den Tag)

Während die HEIDE-WITZKA sicher im Hafen von Ostia (Rom) liegt schweifen die Gedanken des Webmasters gerade etwas ab. Ich muss gerade an meinen Freund Rüdiger denken, der ziemlich genau vor 2 Jahren im Hafen von Ostia an Bord seines Segelschiffes “SUNSHINE” einem Herzinfarkt erlegen ist.

Unzählige gemeinsame Stunden in Varel in der Werft und in Schwartau in der Marina sind für die Vorbereitungen draufgegangen, alles um den großen Traum vom ewigen Sommer im Mittelmeer an Bord des eigenen Segelbootes zu verwirklichen. Geschafft hat er noch den Törn durch die Kanäle Frankreichs bis nach Marseille, dort wieder den Mast gestellt und dann auf dem Weg nach Griechenland letztlich nur noch bis Ostia zu kommen.

Er wusste, dass seine Zeit begrenzt ist, und er hat es doch geschafft, bis ins Mittelmeer. Wohl doch alles richtig gemacht. Carpe Diem eben!

Unterwegs in die “Ewige Stadt”

Moin Karlo,
„The wind is too less, or too strong, or from the wrong direction…“. Wieder einmal bestätigt sich diese seglerische Weisheit. 


Unkonventionelle Segelzeiten sind das Muss dieser Tage. Für die sechzig Seemeilen von Bacoli nach San Felice wählten wir 19 Uhr als Ablegezeit. Wenn auch die Nächte im Mittelmeer um diese Zeit noch sehr frisch sind, wurden wir mit fantastischem Segeln durch die Nacht bei ca. 3 bis 4 Windstärken und einem ebensolchen Sternenhimmel belohnt.

In San Felice entschieden wir uns aber für eine baldige Weiterfahrt, da die Wettersituation günstig erschien und wir in Nettuno ein besseres gastronomisches Angebot und eine warme Dusche erhofften. Zahlreiche Gewitterzellen säumten unseren Weg, brachten aber nicht erwarteten Wind, sodass wir auf Motorfahrt umstellen mussten.

Zwischenzeitlich nahm uns noch die Guardia Finanza (Spezialpolizei für Wirtschaftskriminalität)per Schnellboot ins Visier, drehte aber wieder schnell ab. Offenbar gehörten wir nicht zu ihrem erwarteten Klientel.


In Nettuno dann alle Annehmlichkeiten inklusive. Es folgt ein Hafentag mit Sightseeing, Pizza und Schiffspflege. Die Sonne scheint dazu, wir sind zufrieden. Zufriedenheit stellt sich auch auf unserem letzten Schlag nach Rom. Bei drei Windstärken segeln wir mit zeitweise sieben Knoten. 

Die Segelkameradschaft hat eine gute Entscheidung getroffen diesen Törn durchzuführen. Wir wünschen der Heide-Witzka eine gute Weiterfahrt.

Jürgen 

Wenn bei Capri die rote Sonne im Meer ……

Ein erfreulich ausführlicher Bericht der aktuellen Crew um Skipper Jürgen erreichte mich am Montag Abend:


“Moin Karlo,

zwei Tage, die unterschiedlicher nicht sein können. Am Sonntag sind wir mit einem lauen Lüftchen nach Capri unterwegs gewesen, heute mussten wir unsere Pläne bezüglich unseres Ziels wegen des starken Windes nach Bacoli korrigieren.

Die Amalfiküste südlich von Neapel gehört ohne Zweifel zu den italienischen Aushängeschildern. Pittoreske Ortschaften an fast senkrecht abfallenden Felshängen. Die Coreografie des Geländes setzt sich unter Wasser fort. Wassertiefe vor der Küste ca. 650m. Auf Capri versinkt die Sonne dann, wie von Rudi Schuricke versprochen, rot im Meer. Die Marina hat ihre Infrastruktur noch nicht hochgefahren, wir brauchen vier Anläufe um unser Anliegen/Anlegen zu legitimieren. 100 € sind eine stolze Summe, zumal man uns den am weitesten von allen Einrichtungen entfernten Liegeplatz zugewiesen hat. Der Hafen – leer.

Für den frühen heutigen Nachmittag waren Winde mit 6/7 Bft. aus nordwestlichen Richtungen vorhergesagt. Genau aus der Richtung in die wir nach Ischia wollten. Zunächst waren die Bedingungen aber mehr als segelfreundlich. Bei 4 bis 5 Windstärken segelten wir so hoch am Wind wie unser Schiff das zuließ. Aber die Bedingungen in diesem Revier sind nicht einfach und schon gar nicht immer analog zu betrachten. Plötzlich standen wir, dann ging die Post wieder unvermittelt ab. Der Wind wurde immer stärker, zusätzlich verstärkt durch die Düseneffekte zwischen den vielen Inseln. Da kommt der Windmesser schon mal in Schwierigkeiten. Ein dazu kommender immer stärkerer Seegang veranlasste uns dann nach Bacoli westlich von Neapel abzulaufen. Auch hier ist der Hafen leer, man ist noch nicht auf uns vorbereitet.

Jürgen