Von Laboe nach Eckernförde

Völlig überraschend und  unerwartet gelangte am gestrigen Freitag Abend eine Meldung zu mir, die Aufklärung hinsichtlich der weiteren Crewmitglieder um Skipper Jens herum brachte. Zumindest teilweise.

Zitat des ehemaligen Vereinswirtes:

“Hi Karlo, wir können auch anders! (Er meinte, anders als die Plätze am Steg wechseln) Heute aus Laboe nach Eckernförde. Normalerweise 15 Meilen, wenn “gegenan” 20 Meilen. Und so gings dann auch. Gegenan bei 6-7 Bf. In laboe haben wir noch zwei Exemplare der “Yacht” ergattern können, und als wir den Bericht über die “HEIDE-WITZKA” aufschlugen, las die Verkäuferin ganz ergriffen die Überschrift vor: ” Die Helden aus der Heide” Nachdem wir uns als Angehörige des Clubs “enttarnten”, glänzten ihre Augen noch ein wenig mehr. Der Kommentar von Ingrid lautete: “Ziemlich entspannte Helden..”

Soweit der Bericht von Kari. Den Kommentar hinsichtlich des Berichtes von gestern erspare ich dem Leser, er zeugt davon, dass es finnischen Ex-Gastwirten offensichtlich an Vorstellungskraft mangelt. Er sollte mal eine Woche mit dem Bootsmann segeln gehen, dann denkt er anders.

 

Verwickelte Geschichten…

Scheinbar ist es nicht so ganz einfach, ein Segelschiff von Heiligenhafen nach Laboe zu bekommen. Zumindest könnte man dieser Meinung sein, wenn man den Schilderungen des Bootsmanns (ja, der Bootmann, der aus Frankreich) vom heutigen Tage glauben kann.

Jens, seines Zeichens Präsident des kleinen, aber feinen, Segelclubs aus der Nordheide, beabsichtigt, gemeinsam  mit Marc und weiteren, mir noch nicht bekannten, Crewmitgliedern, an einer Regatta in der Eckernförder Bucht teilzunehmen. Da allen bekannt sein dürfte, dass berufliche Selbstständigkeit zusammengesetzt ist aus den Worten “Selbst” und “ständig” wird es niemanden verwundern, dass es zu bestimmten zeitlichen Engpässen kommen musste. Wie das Schiff am Samstag Morgen schon in Eckernförde am Start haben, wenn zum Einen das Schiff in Heiligenhafen liegt, zum Anderen die beruflichen (selbstständigen) Verpflichtungen den Skipper daran hindern, dieses bereits am Donnerstag oder Freitag nach dortselbst zu verbringen?

Nun kommt der Bootsmann ins Spiel. “Selbst” und “ständig” sind auch seine Maximen, allerdings weniger zum Broterwerb. Wenn jemand nun eine Analyse von mir erwartet, warum er, der Bootsmann, auch immer selbst und ständig unter Strom steht, dann muss ich den geneigten Leser enttäuschen. Selbst 30 Jahre der gemeinsamen Zeit haben nicht dazu gereicht, mir die Gründe für dieses Verhaltensmuster zur Gänze zu erklären.

Egal, um es einfach zu sagen: Jonny erhielt den Auftrag, das Schiff von Heiligenhafen nach Laboe zu überführen, damit Jens und Crew zeitgerecht an der Regatta teilnehmen können. Und da er sowieso (wie könnte es anders sein) am Steg 3 in Heiligenhafen herumoxydierte, sagte er, der Bootsmann, sofort zu und machte sich auf die Suche nach einer Crew

Und nun wurde es kompliziert!

Zunächst fand sich eine Mitseglerin, auch vom legendären Steg 3, die gerne die Überführung mitmachen wollte ( gar sooo weit ist es ja nun auch nicht), man war schon fast am Ablegen, als der Ehemann der besagten Dame aber irgendwelchen Irritationen unterlag und sich Sorgen um das Wohl der Frau machte. Welcher Art diese Sorgen waren, entzieht sich meiner Kenntnis. Soviel ich weiß ist Jonny, sobald er an Bord ist, mit allem möglichen beschäftigt und somit überhaupt nicht in der Lage, an was anderes als das Schiff zu denken. An was auch immer, aber das ist eine völlig andere Frage.

Langer Rede kein Sinn: Die Frau musterte ab, bevor sie überhaupt angemustert hatte, und Jonny stand alleine da.

Dieser Aggregatzustand (alleine dastehen) ist für den  Bootsmann genauso ungewöhnlich wie unerträglich, womit wir wieder bei den Liegeplatzinhabern (andere sprechen von Leidensgenossen) des Steges 3 in Heiligenhafen sind. Genau auf denselben, den Steg. lenkte nämlich ein Zeigenosse seinen Weg, der mir und den meisten anderen zwar gänzlich unbekannt, unserer letzten Atlantikcrew jedoch sehr wohl bekannt ist. Zumindest jetzt.

Dieser, der bis dahin Unbekannte, stand nämlich rein zufällig auf der Pier des Azorenhafens “HORTA”, als die HEIDE-WITZKA dort nach der Havarie und der glücklichen Rettung zum Zwecke der Reparatur einlief. Warum der Mann dort herumstand, weiß ich nicht, ich vermute mal, da er aus Nordhessen stammt, dass dies möglicherweise zur Hauptbeschäftigung seglerisch ambitionierter Hessen gehört. Das Rumstehen auf der Pier in Horta. Wie auch immer, Joachim (so heißt er angeblich) sprach den Skipper Norbert an und erklärte, dass er aus Hessen stamme, ein eigenes Segelboot in Heiligehafen zu liegen habe und er sich freue, dass er beim “herumstehen” an der Pier von Horta die HEIDE-WITZKA und die Crew zu treffen. (Das Gesicht von Norbert hätte ich sehen mögen)

Un genau dieser, sonst auf Horta herumstehende Hesse, betrat gestern den Steg 3 und hatte damit sofort verloren. Oder gewonnen, je nach Sichtweise.

Gemeinsam mit Joachim wurde flugs ein weiteres Pärchen rekrutiert und am heutigen Morgen lief die HEIDE-WITZKA dann aus in Richtung Laboe. Einzelheiten über die Rekrutierungsmaßnahmen von Joachim und der Restcrew hat mir der Bootsmann nicht mitgeteilt. Wenn ich ehrlich bin, die möchte ich auch nicht wissen, da ich von Gesetzes wegen zur Verfolgung von Straftaten verpflichtet bin und ich mir nicht sicher bin, ob die Methoden des Bootsmanns bei der Anheuerung nicht doch einen Straftatbestand erfüllen.

Jetzt liegt die HEIDE-WITZKA in Laboe und wartet auf den Skipper, und ich hoffe, dass diese weiterhin Bericht erstatten werden.

Damit Ihr was zu lesen habt. Es muss ja nicht immer so kompliziert sein.

 

Erneuter Rekordversuch

+++++++Eilmeldung+++++++

Heiligenhafen. Unglaublich, aber doch wahr. Die HEIDE-WITZKA hat einen neuen Rekordversuch unternommen und ihn tatsächlich gemeistert.

In einem schier abenteuerlichen Versuch, entgegen jeglicher Seemannschaft und entgegen allen seglerischen Prinzipien haben Kari, Jens und ein weiteres Crewmitglied das Schiff, ohne jegliche Navigationshilfen, vom Platz 11 am Steg 10 an den Platz 27 (auch am Steg10) verholt.

Da liegt die HEIDE-WITZKA nun die Woche über und kann sich von diesen Strapazen erholen. Nach dem Festmachen tat die Crew das, was sie in einem solchen Fall immer tut:

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Auf hoher See…

..zwischen Heiligenhafen und Orth. Unser Kari gibt alles, keine Mühe ist ihm zu viel, das Seglerleben ist halt hart. Und das alles unter Aufsicht des Vorstandes..

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Wieder unterwegs..

Die HEIDE-WITZKA ist wieder unterwegs.

Nach dem letzten anstrengenden Törn von Eckernförde nach Heiligenhafen, alles unter dem Parasail, hat sich unser Schiff ein wenig ausruhen dürfen und lag die Woche über, mehr oder weniger beschäftigungslos, am Steg 8 in der Marina von Heiligenhafen.

Am Freitag, in den Nachmittagsstunden, drohte nun aber Ungemach in Form eines finnischen Skippers, besser bekannt als ehemaliger Vereinswirt. Ungemach deswegen, weil dieser aufgrund mehrmonatiger Beschäftigungslosigkeit nunmehr seinem Aktivitätsdrang durch einen ausgedehnten Segeltörn über Pfingsten nachkommen wollte und genau zu diesem Zweck unser Vereinsschiff charterte.

Arme HEIDE-WITZKA, nach so viel Stress nun auch noch das.

Kaum angekommen gings am Freitag Abend auch schon los. Leinen los, und ab geht die wilde Fahrt bei bestem Wetter. Ziel: Steg 10

Genau. Von Steg 8 nach Steg 10! Nachdem das Schiff wieder fest war, gabs erstmal einen “Anleger”, den hatte sich die Crew aber auch verdient nach diesem Ritt.

Weitere Infomationen über den Hintergrund dieser nautischen und seglerischen Meisterleistung liegen mir nicht vor, ich hoffe, im Laufe des Tages näheres zu erfahren.

Übrigens: Es kann sein, dass die SKB berühmt wird. Zumindest ein bisschen. Guckst Du hier