30.11.2013 – 13:00

Moin Karlo,

schöne Grüße an Otto, auf die Kaffeefahrt warten wir auch heute. Segeln (surfen) gerade in 240° raumschots bei Ostwind mit 6-7 Bft.. Geschwindigkeit dabei um die 8 Kn, sind auch mal 9 dabei. Aber alle sind guter Stimmung nach 13 Std.im Dauerregen unter Motor endlich wieder segeln zu dürfen.

Danke für die Übermittlung der Anteilnahme der Wirtschaftsrunde, sowie vom Bürgermeister und dem Stadtrat. Ja, wir passen auf uns auf.

Merke gerade, das es nicht so einfach ist bei 3,5m Welle auf dem Laptop zu “klimpern”. Marc (er steht am Ruder) schüttelt mich hier unten recht gut durch.Somit heute auch mal keine Bilder, obwohl es gestern noch drei Buckelwale (12m) zu sehen gab. Allerdings nur aus ca. 300 m Entfernung. Als wir uns näherten gab es als Gruß noch die Schwanzflosse in die Luft, dann tauchten Sie ab und wurden nicht mehr gesehen.

Viele Grüße an alle.

Euer ARC Team

Freitag, 29.11.2013 – 16.21 Uhr (Bordzeit)

Hallo Karlo,

haten wir gestern gedacht, wir hätten ales gesehen an diesem Tag wrde wir schnell eines besseren belehrt. Um 16.30 Uhr UTC sichteten wir einen orangefarbennen Fender an Backbord, den wir aus dem Wasser fischten. Wieder ein bißchen weniger Plastik im Ozean. Der Fender trägt die Aufschrift “SK SEA KING”. Kannst ja mal googeln wem der Fender gehört.

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17.40 Uhr UTC dann das nächste Highlight des Tages. Eine Schule Wale kreuzte ganz gemächlich unseren Weg. Ein tolles Schauspiel.

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Was für ein Tag! Danach noch Chili Con Carne…Herz was willste mehr. (Ja, ein wenig Wind wäre nicht schlecht.

In der sehr bedeckten Nacht kam dann der Wind und wir konnten um 00.30 UTC am 29.11.2013 die Segel setzen, Maschine aus. Heute morgen erwischte uns dann der erste richtige Squall und wir setzten das zweite Reff ins Groß. Der Regen war die ganze Zeit dabei. Es regnet heute ohne Unterbrechung. (Otto wo bleibt die Kaffeefahrt??) Gerade kamen 3 Buckelwale vorbei, ca. 12 m groß. Bilder für die Erinnerung ohne Ende.

Dafür ist der Wind wieder weg. Man kann halt nicht alles haben.

Die Stimmung an Bord ist nach wie vor i. O. Das Log zeigte heute um 12.00 Uhr UTC 677 sm an. Wir sind zufrieden, auch wenn weit und breit kein anderes Segelschiff in Sicht ist.

Was machen wir falsch?? Wir nehmen die Suothern Route, angeblich hat man dabei eine Windgarantie. Wo können wir die reklamieren??

Die Crew setzt gerade den Parasailor, mal sehen was der bringt.

Bis dann

Euer ARC Team

 

28.11.2013 – 13.52 Uhr

Hallo Karlo,

5.ter Tag auf See.

Gestern abend haben wir aufgrund des Seegangs auf eine warme Mahlzeit verzichtet. Haben ja genügend andere Sachen an Bord. Letzte Nacht hatten wir den ersten “Zwergen-Squallie”. Sind mit 2.tem Reff im Groß (ja, jetzt haben wir auch entdeckt, das nur die untere Segellatte fehlt) und den Passatsegeln an STb.-Seite  mit 8,3 Kn für ca. 30 min über die Welle gesurft. Natürlich alles in der Dunkelheit, war schon bemerkenswert. Es hat nicht einmal der sehr feine Regen gestört.

Wir waren nach der Wache pitschenass, aber zufrieden.

Leider ging der Wind dann Schlafen, wie auch 3/5 der Besatzung. Also raus mit den Reffs und versuchen zu weit zu segeln wir möglich.

Kurz vor 05.00 Uhr springende Delphine ca. 10 m an Backbord.

Um 05.00 Uhr war es dann soweit, alle Segel runter (sie müssen auch mal geschont werden) und die eisene Genua an. Hoffentlich reicht der Diesel…

Nach einem tollen Frühstück mit Rührei und Schinken, sind wir dann alle einmal zum Baden auf der Position 22° 52,5 N und 021° 58,1 W in den Atlantik gesprungen.

Was für ein Feeling. Marc hat gleich die Chance genutzt und hat den Rumpf abgetaucht. Ergebnis: alles i. O.

Kaum hatten wir wieder Fahrt aufgenommen rief Matthias das auf StB. voraus etwas im Wasser schwimmt. Also “Fahrt aus dem Schiff” und nachgeschaut. Und was kam uns da vor die Optik?

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Ja, Schildi die Schildkröte schwamm gemütlich an der Wasseroberfläche, stierte uns an und wir zurück. Schnell einen Film gemacht und ein paar Fotos geschossen und weiter ging es Richtung Südwesten.

Wenn jetzt noch der Wind wiederkommt sind alle wunschlos glücklich.

Bis morgen. Viele Grüße

Euer ARC Team

Anmerkung des Webmasters: Ein Squall ist eine plötzliche und meist kurzzeitige Zunahme der Windstärke, die durchaus Sturmstärke erreichen kann, eventuell auch Regen. Ein hinlänglich bekanntes Phänomen bei Atlantiküberquerungen, allerdings nicht tragisch, wenn man darauf vorbereitet ist und sich nicht überraschen lässt.

Informationen zum “Fleettracker”

Mich haben in den letzten Tagen einige Mails von Lesern erreicht, die mir die Frage stellten, wie es denn möglich ist, mit einem Segelschiff mitten im Atlantik zu kommunizieren und zu wissen, wo genau sich das Schiff gerade befindet. Deswegen hier eine kurze grundlegende Erklärung, wie das funktioniert:

Die HEIDE-WITZKA ist mit einem Sender ausgerüstet, der von der Firma YELLOWBRICK gebaut und betrieben wird. Das Mitführen eines solchen Senders ist durch den Veranstalter der ARC vorgeschrieben. Das ganze ist kostenpflichtig, nicht billig und deshalb wird die Kommunikation zwischen dem Schiff und der SKB auf das notwendigste begrenzt.

design-02

Der YELLOWBRICK Sender ist ein robuster und selbstversorgender batteriebetriebener Sender, der überall auf der Erde funktioniert. Der Sender gibt alle kontinuierlich (ggf. alle 15 Minuten), seine Position an, die er mit Hilfe des GPS-Satelliten-Netzwerkes erhält. Er überträgt dann  diese Position wieder über verschiedene Relaisstationen auf Server und von dort letztlich auf einer Online-Karte, die über den Fleettracker (Link siehe oben) angesehen werden kann. Die Übertragung wird über das so bezeichnete Iridium-Netzwerk realisiert.  Iridium ist ein weltumspannendes Satellitenkommunikationssystem aus 66 aktiven Satelliten auf sechs Umlaufbahnen und zusätzlich einem oder mehreren Reservesatelliten pro Umlaufbahn. Ursprünglich waren 77 Satelliten für diese Satellitenkonstellation geplant; das System ist deshalb nach dem chemischen Element Iridium mit der Ordnungszahl 77 benannt.

Schematisch funktiniert das so:
howitworks

Nachrichten über Iridium gesendet brauchen nur Sekunden, um die Server des Anbieters zu erreichen. Je nachdem, wie oft der Sender auf Sendung geht, reicht die Kapazität der Batterie bis zu 300 Tage.

Auf diesem Wege können wir jederzeit die genaue Position der HEIDE-WITZKA feststellen. Weiterhin werden Daten für Geschwindigkeit, zurückgelegte Strecke und die noch verbleibende Entfernung zum Zielpunkt übertragen. Und so ganz nebenbei kann man damit Emails übersenden. Dies allerdings kostenpflichtig und nicht billig, deswegen also Nachrichten von Bord nur einmal am Tag.

27.11.2013 – 13:00 Uhr

27112013-1300

Mon Karlo,

gestern gab es noch leckere Rouladen mit Kartoffeln. Wasser halb aus dem Atlantik, halb frisch, so mundet es uns. Die Nacht war leider nicht sternenklar, konnten den Parasailor aber stehen lassen bei moderaten 3 Bft. aus Süd. Heute morgen briste es dann auf und wir fuhren mit 6-7 Kn durchs Wasser. Leider drehte der Wind auf SW und der Parasailor musste ruter. Haben statt dessen jetzt das Groß (leider ohne Segellatten, wussten leider nicht, das keine Latten eingezogen waren) und die Passatsegel auf der STb. Seite. Fahrt liegt um die 6 Kn. Der Wind jetzt um die 12 Kn.

Haben heute um 12.00 Uhr 393 sm hinter uns, was einem durchschnittlichen Etmal von 131 entspricht. Nur durchs Wasser gerechnet. Wieviel uns der Stom unterstüzt hat, können wir hier nicht sagen.

Lassen wir uns also überraschen.

Ansonsten haben wir jetzt schönen Sonnenschein, die Solarmudule arbeiten, der Kühlschrank läuft. Soweit ist alles schön.

Schiffe haben wir jetzt keine in Sicht. Gestern Nacht waren noch 5 um uns herum.

Viele Grüße an alle.

Euer ARC Team

Anmerkung des Webmasters:

Auf Wunsch der Crew versorge ich sie ab jetzt mindestens einmal täglich mit den neuesten Nachrichten aus der Heimat und mit den Positionen der in der Nähe befindlichen Yachten. Im Moment befindet sich die nächste Yacht in ca. 6 Meilen Entfernung…gut zu wissen.

 

26.11.2013, 12:00 Uhr (UTC)

26112013-1300

Moin Karlo,

haben die zweite Nacht auf See erfolgreich überstanden.

Nein, war eine gute Nacht, wenn auch der Himmel total bedeckt war. Sind die Nacht bis jetzt, 12.00 Uhr UTC,  unter Passatsegel gefahren. Zu Zeit baut die Crew gerade auf Parasailor um, da wir Windverhältnisse um die 4 Bft. haben. Die Stimmung nach dem ersten Kaffee der Reise ist gut. So langsam greift die Bordroutine. Der eine oder andere hat sogar schon etwas Zeit und Muße, um zu lesen. Nur mit dem Schlafen müsssen wir uns an einige Geräusche gewöhnen. Nach wie vor knarzt und ächzt es an allen!! Ecken und Kanten. Sehr gewöhnungsbedürftig. Gestern gab es Gulasch mit ..natürlich Nudeln. Diese wurden mit Atlantikwasser gekocht. Naja, werden wir uns auch noch daran gewöhnen. Hoffentlich!

Die ersten Dellphine waren ebenfalls um uns herum. Schöner Anblick.

Eben kam der erste Bericht der WCC über die Positionen der einzelnen Schiffe. So schlecht liegen wir garnicht….

Aber, nicht den Tag vor dem Abend usw….

Viele Grüße bei herrlichem Sonnenschein und 3,5m Welle (die ist aber schön lang und so gut aushalten).

Euer ARC Team

GOPR0192

25.11.2013 – 11.45 Uhr

25112013-1200

 

Moin Karlo,
die erste Nacht auf dem Atlantik liegt hinter uns. Mussten leider von 00.00 Uhr bis 06.00 Uhr motoren, da der Wind nicht so recht wollte. Jetzt scheint die Sonne und der Parasailor steht wie eine Eins. Das Wachsystem klappt, 2 oben auf Wache, die anderen drei in der Koje. Aber…..die HW knarzt und ächzt, dass es eine Freude ist, oder auch nicht. Ich jedenfalls kann recht bescheiden schlafen. Doch, was soll´s. Ingendwann übermannt auch mich die Müdigkeit.

Die Stimmung ist gut. Sind aber recht allein auf weiter Flur. Kaum ein anderes Segelboot zu sehen. Dafür hatte wir eine geschleppte Bohrplattform an Stb.in 1,5 sm passiert. Natürlich genau in unserer Kurslinie.

Ansonsten gibt nicht neues zu berichten, ausser, das der Strom gut aus den Solarpaneelen fliesst. Haben den Kühlschrank und die Selbststeueranlage an. Bis jetzt funktioniert es gut.

Bis morgen.

Eurer ARC Team